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Toter Winkel — ein oft übersehenes Problem

Leichtsinnige Selbstgefährdung #↵

An roten Ampeln ist immer wieder zu beobachten, daß sich Radfahrer rechts an LKW oder Bussen vorbei nach vorne bewegen. StVO §5 (8) erlaubt dies zwar bei wartenden Fahrzeugenden und "ausreichendem Raum", dennoch ist es keine gute Idee: denn diese Radfahrer begeben sich in den Toten Winkel des Kraftfahrers. Der Kraftfahrer kann den Radfahrer also nicht sehen, biegt er nach rechts ab oder verschwenkt er nur die Spur, so ist die Unfallgefahr für den Radfahrer extrem hoch. Immer wieder sterben Radfahrer in derartigen Situationen oder erliegen schweren Verletzungen.

Es ist für den Radfahrer in jedem Fall sicherer, hinter dem Bus / LKW zu warten. Ein möglicher Zeitgewinn von "einer Fahrzeuglänge" rechtfertigt die hohe Gefahr keinesfalls. Selbst wenn kein Blinker am KFZ leuchtet: wer will schon ausschließen, daß der Kraftfahrer diesen nicht einfach vergessen hat, sich womöglich erst spontan zum Abbiegen entscheidet oder der Blinker gar defekt ist?

Vorsicht Toter Winkel!

Gefährdung auf behördliche Anordnung #↵

Oft werden geradeaus fahrende Radfahrer durch benutzungspflichtige Radverkehrsanlagen rechts an der Rechtsabbiegerspur der Fahrbahn vorbei geführt. Diese Radfahrer werden "von Amts wegen" in den Toten Winkel von KFZ gedrängt, was immer wieder zu schweren und tödlichen Unfällen führt. Auch wenn die abbiegenden Kraftfahrer nach StVO §9 (3) verpflichtet sind, die Radfahrer durchfahren zu lassen, geht dies prinzipbedingt nur sehr schwer, wenn sie die Radfahrer nicht sehen können. Als Radfahrer sollte man auf solchen Wegen also besonders vorsichtig sein oder besser: sich gleich auf der Fahrbahn bewegen, wo man in einer Linie mit den KFZ fährt und von deren Fahrern wahrgenommen wird.

Vorsicht Toter Winkel!

Mehr Spiegel? #↵

Oft wird gefordert, KFZ mit mehr Spiegeln auszustatten, um den Toten Winkel zu eliminieren. Selbst die EU unterstützt diese zweifelhaften Forderungen mit entsprechenden Verordnungen. Es ist aber nur ein weiterer hilfloser Versuch, gesellschaftliche Probleme mit technischen Maßnahmen zu begegnen. Abschaffung benutzungspflichtiger Rad_wege, selbstbewusste und sichere Fahrbahnnutzung von Radfahrern – gemeinsam mit Kraftfahrern – ist der sicherere Weg.

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